Herzlich willkommen

bei den evangelischen Kirchengemeinden

Mahlow und Glasow

Liebe Gemeindeglieder und Interessierte,

 
diese Webseite bietet einen Überblick über das Leben in unseren Kirchengemeinden.
 
Aktuell finden Sie die Termine der Gottesdienste und Veranstaltungen unserer Kirchengemeinden sowie einen Überblick über unser Angebot.
 
Wir laden Sie herzlich ein bei uns vorbei zu schauen und zu verweilen.

 

NEU! Die Kandidaten zur GKR-Wahl

Zur Vorstellung der Kandidaten

Zur Vorstellung der Kandidaten

Gemeindekirchenratswahl 2016

Aktueller Gemeindebrief der Kirchengemeinden Mahlow und Glasow

ePaper

Worte von Pfarrerin Anne Lauschus

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Ich sage Ihnen, es ist für den normalen Tagesablauf sehr hinderlich, wenn es notwendig wird etwas suchen zu müssen. Die typischen Dinge wie Brille oder Schlüssel bleiben einfach irgendwo liegen. Vielleicht kennen Sie das. Das Suchen kann die ganze Palette der Anspannung auslösen. Ärger, Hektik, Panik bis Ohnmacht und zurück. Die berühmte Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Was habe ich gemacht? Wo bin ich gewesen?

Ich erinnere mich an eine Suche, die ist bestimmt 35 Jahre her. Ich war im Hause von Tante Edith. Eigentlich war sie nicht meine Tante, aber alle sagten Tante. Und eigentlich war sie eher eine dieser Menschen, denen man im Alltag ansieht, wie großartig, wie phantasievoll  und für das Leben gebildet sie sind. Ich sah sie in den goldenen 20iger Jahren mitten in Berlin im Romanischen Café sitzen und über  Kunst und Philosophie streiten. Sie war eine der ersten Studentinnen an der Hochschule der Künste.  Ein Freigeist mit der Gabe köstlichsten Humors trotz schwerer Schicksalsschläge. Als ich sie kennenlernte, hielt sie sich mit Klavierstunden über Wasser.  Die große Welt im kleinsten Häuschen.

Einmal, als Kisten und Schachteln mit dem eingeräumten Weihnachtsschmuck die Lebendigkeit ihrer Wohnung verstärkten, traf ich  Tante Edith in völliger Auflösung an. Ihre Brille war verschwunden.  Das war ein Drama. Da sie selbst ja nicht gut sehen konnte, war ich der sehende Ersatz dafür. Ach, ach, ach, jammerte sie ein ums andere Mal. Wir stellten alles auf den Kopf. Ich trug an ihrer Verzweiflung mit.

Beinahe ein Jahr verging. So wie in diesen Tagen lag der Novembernebel über der Stadt. Wie immer war es ein eigentümliches Gefühl, wenn  das Tannengrün vom Baum vor ihrem Haus geschnitten und in zwei Teile geteilt wurde. Der eine für die Abdeckung der Gräber und der andere für den Adventsstrauß in der Stube.  Für Tante Edith war das nicht eigentümlich. In ihrer großartigen Weise die Welt zu durchdringen, war alles immer die eine Geschichte: „das Leben“: Zudecken und bewahren genau so, wie festlich schmücken und bestaunen. Und Staunen war eine ihrer größten Begabungen: „Das ist ja kolossal, großartig!“ Mit diesem Ausruf war kindliche Freude, manchmal auch erlöstes, herzliches  Lachen verbunden.

Wir sitzen in der völlig überheizten Stube. Kein Wunder, dass sie ein bisschen matt aussieht. Trotzdem hatte sie tatsächlich geschafft, die Schachteln mit dem Weihnachtsschmuck hervorzukramen. Diese wunderbaren Sterne aus Glasperlen liegen schon auf dem Tisch. Ich halte einen davon  ins Licht und  höre dabei das leise Rascheln von Papier. Tante Edith packt eins ums andere aus der Kiste aus. Und plötzlich: ACH! Beinahe jubelnd, hellwach, als hätte sie es gewusst, wie eine Trophäe hält sie strahlend in der Hand, was wir so verzweifelt gesucht hatten: die Brille!  Das ist ja kolossal! Großartig! Wir lachen, dass uns die Tränen kommen.

ACH- welch schöne Erinnerung ist mit diesen Sternen verbunden, die nun ich aufbewahre. Die Sterne und dieses „ ACH“ – unvergesslich.

Nun habe ich ein Büchlein gefunden. Es heißt: „ach! “Das kleine Buch vom großen Staunen. Es beginnt:“ Ach!“ Hundert Dinge lassen sich mit diesen drei Buchstaben ausdrücken: Sehnsucht, Enttäuschung, Erleichterung, Staunen. Und es gibt ein „Ach“ beim Wiedererkennen….Mir fällt Tante Edith ein und die Brille Die Brille, um zu erkennen, was verborgen ist zwischen ach und ach und ach.

„Welchen Namen hat Gott?“, wurde ein Mönch gefragt. „Keinen. Jeder Name wäre zu klein für ihn“, antwortete er.“ Aber, wie rufen sie ihn denn?“ Der Mönch schwieg einen Moment und sagte dann: “Nicht Herr, nicht Allmächtiger, nicht Mutter. ACH, werde ich rufen.“

                                                                           Gesegnete Adventszeit wünscht Ihnen

Ihre Anne Lauschus

 

Pfarrerin Anne Lauschus 

 

ist seit 2005 die Hirtin unserer Gemeinden und hat in den letzten Jahren viele den Gemeindegliedern ans Herz gewachsene Traditionen neu geschaffen und weitergeführt.

 

Die kirchlichen Feste werden von Ihr und den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern unserer Kirchengemeinde mit einer Mischung aus Tradition und den Menschen der heutigen Zeit verständlichen Gottesdiensten gefeiert.

 

Ihre Ideen bereichern das Leben der Gemeinde und schaffen eine Gemeinschaft der Generationen in der Kirchengemeinde.