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bei den evangelischen Kirchengemeinden

Mahlow und Glasow

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Aktueller Gemeindebrief der Kirchengemeinden Mahlow und Glasow

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Worte von Pfarrerin Anne Lauschus

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

neulich erreichte  mich eine Einladung nach Leipzig. Ich gehöre zu der Generation, die damit anfängt runde Geburtstage besonders zu feiern. Ein wenig in Vorbereitung sehe ich mir Stadtansichten Leipzigs an. Toll sieht die Universitätskirche aus. Gläsern und mit einer Rosette über dem Portal, die nicht mittig ist. Das soll auf die Zerstörung der Kirche hinweisen, lese ich. Ich forsche und finde eine  Aufnahme von der Sprengung der fast 800 jährigen Paulinerkirche, der Universitätskirche. Sie hatte den 2.Weltkrieg fast schadlos überstanden und wurde schon seit der Gründung der Universität multifunktional genutzt. In der DDR war die Sprengung von historischen Gebäuden oft politisch motiviert und Teil einer  Nichterinnerungskultur. Walter Ulbricht soll gesagt haben: „Das Ding muss weg. Wenn ich hier stehe, will ich keine Kirche sehen“.                             

Als die Kirche im Mai 1968 gesprengt wird, versammeln sich  viele Leute und werden  Zeugen des  Geschehens, wie Trauergäste bei einer Beerdigung. In den Erinnerungen daran ist zu lesen:“ Als die Sprengung dann erfolgte, hörte man einen scharfen hellen Knall, und für Bruchteile einer Sekunde blieb die Kirche zunächst stehen. Die Zeit war sicher sehr kurz. Aber sie reichte bei mir für den triumphalen Gedanken: die Sprengung ist misslungen. Und kaum war das zu Ende gedacht, fing die Kirche an zu beben, wie im Schmerz, wie im Todeskampf, da gibt es diese berühmte Rosette, und diese wurde plötzlich oval und verzerrte sich und riss in der Mitte durch“. ….“ Mir kamen die Worte in den Sinn: Neigte das Haupt und verschied“…..Frau: “Wie eine Kreuzigung, denn es dauerte so sieben Tage, und das war dann vollbracht.“… „Dann hat man die Kirche schnell abgetragen, weggeschafft, so schnell wie möglich..…Um jede Erinnerung auszulöschen, schütteten sie anderen Schutt über den Schutt der Kirche, legten Mutterboden darauf, pflanzten Büsche, zogen einen Zaun, machten ein Tor mit einem Schloss und setzten einen Wächter davor.“                                                                         

Der Abriss eines Gebäudes ist immer unwiderruflich. Mit der Hülle verschwindet der Raum, der das Geschehen darin barg und bezeugte.  Ich finde es nicht unbedeutend, welcher Nutzung die so gewonnene Fläche zugeführt wird. Ich frage mich, mit welchem Gedanken der vorherige überbaut werden wird, oder welcher Geist  wehen soll, z.B. da, wo vorher eine Kirche stand. Wie kommt es, dass den Beobachtern in Leipzig 1968 Worte in den Sinn kamen, die zur Passionsgeschichte Jesu gehören und das Kreuzesgeschehen beschreiben? Weil die schützende Hülle, der Raum für das Zeugnis von Tod und Auferstehung Jesu Christi, seinem Wirken, dass nicht totzukriegen ist und die Hoffnung auf  Freiheit,  gesprengt wurde? Die gewaltsame Zerstörung, so wie eine Hinrichtung,  trägt immer die gleichen Züge und ist mit den gleichen quälenden Schmerzen verbunden. Menschen haben bei diesem Anblick vor Augen, was sie  in ihrem Herzen für ihr eigenes Leben fürchten. Sie haben Angst, dass alles, was ihr Leben ausmacht, ungeschützt ist und  in Schutt und Asche fällt. Eine Passionsgeschichte in Leipzig.

Wie heißt es, hätte Walter Ulbricht gesagt? Wenn ich hier stehe, dann will ich keine Kirche mehr sehen? Er hatte damit das Todesurteil gesprochen. Die Hülle der Kirche musste weichen. Frauen und Männer standen dabei. Der Schutt wurde weggetragen und in einer Kiesgrube beerdigt. Der Stein, den die Bauleute verworfen hatten, war und blieb Stein des Anstoßes in Leipzig und in vielen anderen Orten des Landes.  Eines Tages im Jahr 1989 beginnt durch das Friedensgebet  Montag für Montag die Hoffnung aufzuerstehen. Zögerlich erst, anfangs ungläubig und ängstlich trauen die Menschen dem Ruf ins Leben. Ostern mitten im November. „Der Stein den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Vom Herrn ist das geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen“  (Ps118) Das Wunder vom  auferstehenden Leben wider alle Angstmacherei, das Aufatmen der Hoffnungslosen und die Freude am Wirken des Jesu Christi, geschieht auch mitten unter uns.

Dafür bräuchte ich nicht nach Leipzig fahren. Aber Geburtstag feiern ist schon ein Grund.

                                                                           Herzlich grüßt

Sie Anne Lauschus

 

Pfarrerin Anne Lauschus 

 

ist seit 2005 die Hirtin unserer Gemeinden und hat in den letzten Jahren viele den Gemeindegliedern ans Herz gewachsene Traditionen neu geschaffen und weitergeführt.

 

Die kirchlichen Feste werden von Ihr und den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern unserer Kirchengemeinde mit einer Mischung aus Tradition und den Menschen der heutigen Zeit verständlichen Gottesdiensten gefeiert.

 

Ihre Ideen bereichern das Leben der Gemeinde und schaffen eine Gemeinschaft der Generationen in der Kirchengemeinde.