Herzlich willkommen

bei den evangelischen Kirchengemeinden

Mahlow und Glasow

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Aktueller Gemeindebrief der Kirchengemeinden Mahlow und Glasow

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Worte von Anne Lauschus

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

noch ist es Sommer. Ich genieße die Nächte auf dem Balkon. Morgens spektakeln die Vögel und wecken mich. Abends  geht der letzte Blick in die Sterne. Wie ein Gute-Nacht-Kuss fällt eine Sternschnuppe. Herrlich! Und doch müssen schon jetzt die Planungen bis zum Ende des Kirchenjahres gemacht werden. Wie eigentümlich, wenn ich im Kalender in die Spalte für den 21. November schreibe, 250. Geburtstag von Friedrich Schleiermacher, Salongespräche organisieren.  

Es wird dann schon abends dunkel sein. Kalt und ungemütlich wahrscheinlich auch. Kein Mensch will  dann draußen sein und gut, wenn keiner allein sein muss. Die beste Voraussetzung um  nachempfinden zu können, wie gern die Einladungen in die Salons der geistigen Elite Berlins am Anfang des 19. Jahrhunderts angenommen wurden. Denn auch die klugen Köpfe der Stadt hatten manchmal karge Stuben. Eine Salonkultur hatte sich entwickelt. Gewiss hatte sie sich der Aufklärung zu verdanken, denn Frauen waren es, die in ihre Salons einluden. Dort traf sich, was Rang und Namen hatte, aber vorrangig, wer etwas zu sagen hatte. Männer und Frauen waren in diesen Gesprächen gleichrangig. Und da es die Frauen waren, die zu diesen Gesellschaften einluden, steuerten sie  mit der Wahl der Gäste die Unterhaltungen. 

Es wurde über alles geredet und alles mit allem in Verbindung gebracht. Es ging um Kunst, Wissenschaft, Politik und Religion. Ein gern gesehener Gast war Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher.  Er war charmant und hatte eine wahnsinnige Ausstrahlung. Er redete intensiv und war manchmal innerlich sehr ergriffen. Es kostete keine Mühe ihm zuzuhören. Seine Rede war zu hören, als bestaunte man ein Kunstwerk. Schleiermacher war Theologe und Prediger in der westlichen Friedrichstadt Berlins. (Seine Dreifaltigkeitskirche fiel  1945 den Bomben zum Opfer). Obwohl das kirchliche Leben in dieser Zeit einen Tiefpunkt erreicht hatte, zählten die Gottesdienste Schleiermachers zu den kulturellen  Höhepunkten der Stadt. 1000 Menschen strömten sonntags in seine Gottesdienste. Er schenkte der Musik größte Aufmerksamkeit. Er lud beste Sänger aus der Singakademie ein, die den Gemeindegesang  unterstützen sollten beim  mehrstimmigen Singen oder bei neuen Liedern. Er verwendete Liedblätter, um Texte oder Melodien für seine Verkündigung passend zu machen. Manchmal erklangen auch Arien oder Ausschnitte aus Chorwerken. Bei den Predigten, 45 Minuten! hätte man Stecknadeln fallen hören können, so gebannt war die Gemeinde. Man nannte ihn den Virtuosen der Religion. Nicht umsonst hatte er diesen Beinamen. Als er noch sehr jung war, hatte er eine seiner berühmtesten Schriften verfasst: „Über die Religion – Reden an alle Gebildeten unter ihren Verächtern“. Wenn er predigte, dann war es  nicht die übliche Lehrrede. Schleiermacher predigte über das  Gefühl des Glaubenden, das Gefühl immer  mit Gott in Verbindung zu sein und was das bewirkt. Diese Erfahrungen  werden entdeckt, wachgehalten und  befördert, wenn sie angesprochen werden und die Gemeinde sich darüber austauscht. Mit einer gewissen Innerlichkeit, sehr authentisch predigt Schleiermacher jenseits einer formelhaften Sprache. „ Nur vernünftig zu denken ist dürr und bringt alles, was lebendiges Leben ist, überhaupt nicht in Gang. Vernünftig ist völlig ungenügend, um den Urgrund der Welt, den man auch religiös benennen kann, zu begreifen.  Menschen, die nur moralisch und ethisch denken, werden auf die Dauer unerträglich. Das Göttliche, (Ehrfurchtgebietende, Heilige, Unverfügbare) wird nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Gefühl begriffen.“ So sagt gegenwärtig M. Kroeger, wie er Schleiermacher versteht. 

Zu gern hätte ich den Wegbereiter der liberalen Theologie predigen hören. Zu gern hätte ich ihn als Salon-Gast  im Gespräch mit den Humboldtbrüdern, Schlegel oder der Gastgeberin und lebenslangen Freundin Henriette Herz erlebt. Im Salon hätte sich das Licht der Kerzen im Kristall ihrer Leuchter gebrochen.

Vornehm hätte man aus dünnen Porzellantassen Tee getrunken. Irgendwann hätte sich draußen unbemerkt die Dunkelheit über Berlin gelegt. Denn im Salon erklärte man sich die Welt zwischen Himmel und Erde.

In meinem Kalender: 21. November - 250. Geburtstag von Friedrich Schleiermacher,                                Salongespräch  organisieren. Das ist erst in 3 Monaten, wenn es draußen dunkel und kalt ist, aber gespannt bin ich schon.                                                 

         Ihre Anne Lauschus

Pfarrerin Anne Lauschus 

 

ist seit 2005 die Hirtin unserer Gemeinden und hat in den letzten Jahren viele den Gemeindegliedern ans Herz gewachsene Traditionen neu geschaffen und weitergeführt.

 

Die kirchlichen Feste werden von Ihr und den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern unserer Kirchengemeinde mit einer Mischung aus Tradition und den Menschen der heutigen Zeit verständlichen Gottesdiensten gefeiert.

 

Ihre Ideen bereichern das Leben der Gemeinde und schaffen eine Gemeinschaft der Generationen in der Kirchengemeinde.