Unser Gemeindekirchenrat

Die Kirchengemeinden Mahlow und Glasow wählen zwei Gemeindekirchenräte mit jeweils sechs Sitzen, tagen gemeinsam und verfügen über einen gemeinsamen Haushalt. Die Pfarrerin ist von Amts wegen Teil des Gemeindkirchenrates.


2013 gibt es eine Veränderung. Der Gemeindekirchenrat hat beschlossen die Sitze auf insgesamt 5 Sitze in Glasow und 5 Sitze in Mahlow zu verringern.

Dieses Jahr werden in Mahlow 3 Gemeindekirchenräte und in Glasow 2 Gemeindekirchenräte neu gewählt.

 

Derzeit konnte eine gute Durchmischung von Generationen, Männern und Frauen und Zugezogenen aus dem ehemaligen Westberlin und den alten Bundesländern und Alteingesessenen erzielt werden.

 

 


Hier finden Sie die Namen der Gemeindekirchenräte,

die sie bei Fragen und Anregungen ansprechen können:

 


für Glasow

Telefon

 

Vorwahl 03379-

Dr. Brigitte Pötter

205865

Ursula Thielke

32 15 35

Jenny Reinus

über das Gemeindebüro

Thomas Fuhrmann

über das Gemeindebüro

Viktoria Löpelmann

über das Gemeindebüro

   

für Mahlow

 
Sabrina Mollus

0152-52481016

Regine Liebert

370083

Julia Malaszkiewicz

37 47 52

Michael Reichel

37 48 80

Uwe Schüler

37 00 05

Hello, Goodbye

 

Das ist ein Titel aus dem Jahr 1967 meiner damaligen und auch noch heutigen Lieblingsband, den Beatles. Gegensätze sprechen aus dem Titel. Ein wenig geht es mir auch so in diesem Moment, wo ich für den Gemeindebrief schreibe. War es bislang unter der Überschrift „Aus der Gemeindeleitung“ so ist es heute ein persönlicher Rückblick. Und das nicht nur auf das letzte Quartal, sondern auf 36 Jahre Arbeit im Gemeindekirchenrat. Keine Angst, es kommen jetzt keine seitenlangen Abhandlungen.

Was ist nicht alles in diesen Jahren passiert. An alle Einzelheiten und Begebenheiten kann ich mich so gar nicht erinnern. Einiges ist in Erinnerung geblieben und ich möchte sie auf einen kleinen Ausflug in die Geschichte mitnehmen. Haben Sie Lust darauf? Dann lesen sie weiter.

Wir schreiben das Jahr 1980. Pfarrer Christoph Schröder war Gemeindepfarrer. Unsere Gemeinden und ihre Mitglieder mussten sich im real existierenden Sozialismus der Deutschen Demokratischen Republik zurechtfinden. Es war eine Diktatur in der wir lebten. Wir waren darüber hinaus noch Grenzgemeinde und damit gab es zusätzliche Einschränkungen. So durften Teile des Waldblicks von uns „Normalsterblichen“ nicht betreten werden, weil es Grenzgebiet war. 1980 war das Jahr der Abgrenzung und der Forderung nach Anerkennung der DDR Staatsbürgerschaft, es gab den ersten Auslandsbesuch von Erich Honecker im westlichen Ausland (Österreich) nach neun Jahren Amtszeit und es war das Jahr der ersten Friedensdekade der evangelischen Kirche mit dem Symbol Schwerter zu Pflugscharen. Gedruckt wurde es auf Vliesstoff, weil das keine staatliche Druckgenehmigung erforderte. Dieses Symbol der Friedensbewegung wurde bald durch den Staat bekämpft und auch verboten. Polizei und Lehrer schnitten die aufgenähten Symbole aus der Kleidung. In diesem Jahr erfolgte meine Wahl in den Gemeindekirchenrat der Kirchengemeinde Glasow. Ich erhalte 55 von 63 abgegebenen Stimmen. Den Vorsitz des Gemeindekirchenrates hatte der Pfarrer. Ich wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Das blieb ich bis 1999.

Es ist heute kaum noch vorstellbar, dass es schon eines gewissen Mutes und einer bewussten Entscheidung bedurfte zur Wahl in die Kirche zu gehen. Anders war es bei den Wahlen des Staates, da wurde einem die Wahlurne sogar noch nachgetragen. Für mich war es eine bewusste Entscheidung, mich zur Wahl zu stellen. Dabei war mit einzukalkulieren, dass es auch bei der beruflichen Entwicklung eine Rolle spielen könnte.

Ich bin in dieser Zeit öfter damit konfrontiert worden, dass ich gefragt wurde: „Ach du gehörst zur Kirche? Glaubst du etwa an Gott?“ Ich habe beide Fragen immer mit „ja“ beantwortet. Gelegentlich schloss sich ein Gespräch an. Häufiger jedoch gab es darüber kein Gespräch und manchmal hatte ich das Gefühl dass mein Gegenüber mich innerlich in die Schublade „irregeführter Spinner“ steckte. Anders als heute gab es in der DDR eben keine Glaubens- und Religionsfreiheit.

In Vorbereitung der Wahlen in der DDR 1982 wurden seitens des Staates mit den Pfarrern Gespräche geführt. Der Gemeindekirchenrat beschloss den Pfarrer zu diesen Gesprächen nicht allein gehen zu lassen. Pfarrer Schröder wurde von mir zu den Gesprächen begleitet. Fein säuberlich finden sich die Inhalte der Gespräche in den Akten der Staatssicherheit wieder. Das hatten wir vermutet, auch wenn das Gespräch durch den Bürgermeister geführt wurde.

Pfarrer Schröder wechselt nach Hermannswerder.

In der Pfarrstellenbesetzung folgt nun Pfarrer Förster. In diese Zeit fällt der Zusammenbruch der DDR. An eine Begebenheit erinnere ich mich sehr deutlich. Mit zwei Kollegen war ich im September 1989 in Bad Schandau. Dort gab es einen Kombinatsbetrieb der von uns in einer Studie zur Arbeitsorganisation untersucht wurde. Wir wiesen nach, dass mit einfachen Mitteln mehr als 30 % Leistungssteigerung möglich wären. Die Studie verschwand in der Kombinatsleitung im Giftschrank.

Nachts hörten wir aus dem Hotel draußen häufig lauten Verkehrslärm. Es wurden große Mengen Stacheldraht in Richtung tschechische Grenze transportiert. Wir hatten dabei ein mulmiges Gefühl.

In die Amtszeit von Pfarrer Förster fällt die Verpachtung einer großen Fläche aus dem Besitz der Kirchengemeinde Glasow an eine Berliner Wohnungsbaugesellschaft. Darüber hinaus schlossen wir viele Verträge zur Nutzung als Erholungsgrundstück bzw. zur Kleingartennutzung.

Nach 14 Jahren Amtszeit geht Pfarrer Förster in den Ruhestand.

Mit seinem Weggang übernehme ich amtierend den Vorsitz des Gemeindekirchenrates. 2001 werde ich dann zu seinem Vorsitzenden gewählt. Mit Mechthild Metzner kommt eine junge dynamische Pfarrerin. Damit kommt auch Bewegung in unsere Gemeinden. Der Gemeindeaufbau soll vorangetrieben werden. Wir beschließen eine Kindertagesstätte und ein Gemeindezentrum für die zahlenmäßig wachsenden Gemeinden zu bauen. Dieser Beschluss wird auch umgesetzt. Die erforderliche Arbeit wurde von vielen Menschen bewältigt. Es musste nicht nur ein Gebäude gebaut sondern auch die Konzeption für den Kindergarten entwickelt werden. Viele Anträge und Gespräche waren notwendig, bis letztlich auch die letzten Hürden beseitigt waren und die Betriebserlaubnis vorlag.

Während der Amtszeit von Frau Metzner sanierten wir auch die Mahlower und die Glasower Kirche in ziemlichem Umfang. Wir haben in den letzten Jahrzehnten eigentlich immer irgendwo und irgendwas gebaut.

Noch bevor ihre Amtszeit von 10 Jahren endet wechselt Mechthild Metzner die Pfarrstelle.

Die Kirchengemeinden suchten wieder einen Pfarrer oder eine Pfarrerin. Die Wahl fällt auf Frau Anne Lauschus. Wie kann es anders sein, wir haben auch in ihrer Amtszeit gebaut. Der Kindergarten wurde erweitert. Mit Frau Lauschus traf ich mich mindestens einmal jährlich zum Balkongespräch. Es wurde so genannt, weil es bei gutem Wetter auf unserem Balkon in Glasow, von dem wir einen schönen Blick in die Glasowbachniederung hatten, stattfand. Hier war ungestört die Gelegenheit zu intensiven Gesprächen, bei denen zurückliegende Ereignisse reflektiert und Zukünftiges beraten wurde. Nach unserem Umzug in die „Kolonie Glasow“ wurden daraus zwar Terrassengespräche, aber der Name blieb trotzdem erhalten.

Frau Pfarrerin Anne Lauschus ist nun der/die vierte Stelleninhaber/in auf der Pfarrstelle in den Jahren in denen ich Kirchenältester war. Darüber hinaus habe ich in unseren Gemeinden drei weitere Pfarrer während der Vakanzzeiten kennengelernt.

Ich danke allen Kirchenältesten, Mitarbeitern und Ehrenamtlichen der Kirchengemeinden Glasow und Mahlow für die gemeinsamen Jahre. Ohne Ihre/Eure Mitwirkung und Mitdenken wäre mir die Leitung des Gemeindekirchenrates nicht möglich gewesen. Ich danke für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

Gott gebe dir

für jeden Sturm einen Regenbogen,

für jede Träne ein Lachen,

für jede Sorge eine Aussicht

und eine Hilfe in jeder Schwierigkeit.

Für jedes Problem, das das Leben schickt,

einen Freund, es zu teilen,

für jeden Seufzer ein schönes Lied

und eine Antwort auf jedes Gebet.

Altirischer Segenswunsch

 

Der vorstehende Segenswunsch möge Sie alle begleiten.          

  Ihr Hans-Walter Ludwig