Neue Gedenktafel

 

an der Mahlower Dorfkirche

ab November 2018

Da steht er, kriegsversehrt und auf eine Krücke gestützt am Tor zum Kirchhof in Mahlow. Er, der Rückkehrer, steht erhöht und blickt über alle hinweg. Wacht er  mahnend, dass die Gottesdienstbesucher keinen seiner Kameraden vergessen? Wie er hatten sie in den Abgrund des Bösen geblickt. Aber sie kehrten nicht zurück. Sie waren verhungert, vergiftet, erschossen – tot.                

Ich habe einmal gehört, dass  dort vor dem Soldaten immer mal wieder Blumen niedergelegt waren. Am Volkstrauertag, Ewigkeitssonntag oder  an zufällig erscheinenden Tagen des Jahres lagen Blumen zu seinen Füßen. Sie würden dort niedergelegt, weil es  für den Bruder, Vater, Geliebten oder Ehemann, die eingezogen worden waren, kein Grab gab und keinen Ort zum Trauern, Beweinen oder Erinnern. Das Denkmal ist den  Jungs und Männer aus Mahlow gewidmet,  die eben nicht zurückgekehrt waren.              

Die Blumen an diesem Ort waren Blumen der Trauernden um  geliebte, schmerzlich vermisste Menschen. Wie gern hätte man sie wieder  in die Arme geschlossen.

Aber ein zweites Mal sind sie fern gehalten, der Nähe entzogen worden. Man hat sie, wie den Soldat am Kirchhof in Mahlow, auf einen  Sockel gestellt.                                                                                                                       Die Aufschrift  lautet : “Unseren Helden“ 1914-1918

Keine friedvollen Jahre  folgten. Der zweite Weltkrieg wütete. Wieder  waren unzählige Tote zu beklagen, Männer, Frauen, Kinder und Greise. Menschen aus Mahlow und vielen anderen Ländern dieser Erde. Der Gemeindekirchenrat nahm die Bitte eines Mahlower Gemeindegliedes auf, auch für sie einen Erinnerungsort zu schaffen. Am 18.November soll nun an der Mahlower Kirchmauer dieser Gedenkstein im Anschluss an den  Friedensgottesdienst  enthüllt werden Bitte halten Sie sich diesen Termin frei.

18. November 2018  

 

Friedensgottesdienst

 

um 10.30 Uhr

in der Mahlower Dorfkirche

 

mit anschließender Gedenksteinenthüllung

 


Anne Lauschus

 

2018 ....
ein Jahr zum Innehalten, denn mit der "18"  verbinden sich Ereignisse, an die wir rückblickend denken wollen.


1848 - die (gescheiterte) deutsche Revolution. Gescheitert, denn das ehrgeizige Vorhaben aus Deutschland gleichzeitig einen National- und einen Verfassungsstaat zu machen, hatte die Liberalen und Demokraten aus allen Teilen Deutschlands überfordert.(aus: Winkler, Geschichte des Westens). Allerdings ist das Ergebnis der deutschen Nationalversammlung in der Paulskirche, in der Liberale sich parlamentarisch zum Arbeiten in einem modernen Gemeinwesen verständigten, eine fortschrittliche Verfassung, die fortan Maßstab war.


1918 - Der 1.Weltkrieg endet vor 100 Jahren, in dem eine Generation Menschen aller Länder starb. In unserer Kirche erinnert eine Tafel und ein als Invalide dargestellter Soldat an die Gefallenen. Wir werden im Gottesdienst am 18. November 2018 in Mahlow dieses Gedenken aufgreifen und laden Sie schon jetzt ein, insbesondere wenn Angehörige von Ihnen namentlich auf unserer Gedenktafel verzeichnet sind.

 

1938 - vor 80 Jahren fand die Reichspogromnacht statt, an die wir, wie in jedem Jahr, in einer Gedenkstunde erinnern wollen. Achten Sie bitte auf die Aushänge!


1968 - vor 50 Jahren wurde das demokratische Modell des Prager Frühlings durch Truppen des Warschauer Paktes blutig niedergeschlagen und im gleichen Jahr erfolgte ein Attentat auf Rudi Dutschke in Berlin, führender Kopf der Studentenbewegung und früheres Mitglied der evangelischen Jungen Gemeinde Luckenwalde.

 

Uwe Schüler